Einsatzübungen am laufenden Band

von Christoph GruberZuletzt am Samstag, 27. Oktober 2018 geändert.
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Normalerweise gilt es am Übungsabend der Hauptwache eine Übung abzuarbeiten, am 11. Oktober wurden die Mitglieder der Hauptwache der Feuerwehr Krems besonders gefordert. Innerhalb von zwei Stunden hatte jede der eingeteilten Fahrzeugbesatzungen fünf Übungen zu absolvieren.

Nach der Einteilung der Übungsteilnehmer wurden die einzelnen Fahrzeugbesatzungen zu ihren Übungslagen am Gelände der Hauptwache entsendet. Nach 20 Minuten wurden die Szenarien gewechselt. Innerhalb dieser Zeit galt es das gegeben Szenario abzuarbeiten und die Nachbesprechung durchzuführen.

Folgende Lagen galt es abzuarbeiten:

 

Im Bereich des Lagers kam es zu einem Austritt einer unbekannten Flüssigkeit, eine Person war regungslos im Lager zu erkennen. Ein Atemschutztrupp ging nach den Grundlagen der 3A-Regel zur Menschenrettung vor und brachte die Person in das Freie, wo eine Notdekontamination durchgeführt wurde. Im Zuge der Nachbesprechung wurde vor allem das rasche Entfernen der kontaminierten Bekleidung vorgeführt.

 

Am Schlauchturm galt es ein Kind, welches unbeaufsichtigt auf der Fensterbank saß, zu beruhigen und es rasch zu sichern. Hierfür wurde von den Übungsteilnehmern die Schiebeleiter vorgenommen. Zur Perfektionierung wurde diese Station auch mit der Steckleiter wiederholt.

Eine unterbrochene Notrufmeldung nach einem Motorsägenunfall ließ den Rettungsdienst auch unverzüglich die Feuerwehr alarmieren. Nach Information der Leitstelle war mit zwei Patienten zu rechnen, wobei zu einem der Verunfallten der Kontakt während des Notrufes abbrach. Beim Eintreffen standen die Kräfte der Feuerwehr vor verschlossenen Türen, Schreie von einer Person waren zu hören. Nach der Türöffnung galt es zwei Personen zu versorgen. Eine Person hatte keine Lebenszeichen und musste mit den vorhandenen Mitteln von Tank 4 reanimiert werden. Die zweite Person war ansprechbar, hatte aber eine starke Blutung am Oberschenkel, welche mit Hilfe eines Tourniquets gestoppt wurde. Mit dem Eintreffen des Rettungsdienstes wurde diese Übung für die Feuerwehr beendet.

Zu einem Verkehrsunfall wurden die Einsatzkräfte gerufen, beim Eintreffen von Tank 5 bekamen die Einsatzkräfte die Info, dass sich eine Person regungslos im Fahrzeug befand. Rasch musste eine Crashrettung durchgeführt werden. Nachdem die Türen nicht zugänglich waren, musste dies über den Kofferraum durchgeführt werden. Im Zuge der Übungsnachbesprechung wurde selbiges Szenario als schonende Rettung mit div. Hilfsmitteln wie Stifneck, Rettungband und Spineboard geübt.

Diese Station war keine Einsatzübung, hier wurden diverse Knoten wiederholt und das Arbeiten mit dem GA 23 Set 1 (Rettungsleine, Feuerwehrgurt, Bandschlinge, Reepschnur, Karabiner) beübt - eine wichtige Auffrischung für alle Mitglieder der Feuerwehr.

Im Zuge der abschließenden gemeinsamen Nachbesprechung konnten noch wertvolle Lehren aus allen Stationen von den knapp 40 Übungsteilnehmern gezogen werden.